Segelkunstflug

Segelkunstflugwettbewerbe

Beim Betreiben einer Sportart entsteht natürlich auch das Bedürfnis, sich in den Leistungen mit anderen Teilnehmern zu messen. Das gilt auch auf die Segelkunstflieger. Im Gegensatz zu den Streckenfliegern, deren Leistungen sich auch dezentral mittels der allseits bekannten Techniken auswerten lassen (z.B. über die DMSt) entfällt dies jedoch beim Kunstflug. Hierbei ist eine rein technische Bewertung der Leistung weder möglich noch gewollt, so daß Wettbewerbe nur zentral ausgetragen werden können.

Am ehesten läßt sich der Kunstflugwettbewerb vielleicht mit Eiskunstlaufveranstaltung vergleichen. In beiden Fällen führt der Teilnehmer sein Programm vor und wird dabei von einem Punktrichterteam bewertet. Dieses schätzt jedes Element entsprechend seiner dargebotenen Güte ein und vergibt im Anschluß eine Punktwertung von 0-10 Punkten. 10 Punkte bedeuten eine Bilderbuchausführung der Figur, wohingegen für Abweichungen in den Linien, falsche Rollwinkel usw. Punkte abgezogen werden. Die Wertung selbst ist aber für sich auch eine Wissenschaft und wird auch nicht von allen Richtern gleich gesehen. Insofern ist hier natürlich auch immer eine subjektive Komponente dabei.

In der Praxis sieht das dann so aus: Franzi in ihrem Richtersessel
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Der Zahlenwert der Wertung wird im Anschluß noch mit dem Schwierigkeitsfaktor der Figur multipliziert zur Gesamtfigurwertung. Alle Figurenwertungen zusammen ergeben dann die Gesamtwertung des Programms. Dazu kommen noch die Harmonienote und die Note für die Positionierung. Erstere bewertet den Flugstil, d.h. sauberes Energiemanagement ohne Fahrtkorrekturen in den Figurentrennungen usw. Die Positionierung bewertet, wie der Name schon verrät, ob das Programm schön mittig und symmetrisch in der Box platziert ist, ob eventueller Wind korrigiert wird oder ob der Teilnehmer neben der Box herumturnt.

Das macht dann jeder der Schiedsrichter für sich und die Summe der Schiedsrichternoten ergibt das Gesamtergebnis. Klingt kompliziert? Wird aber noch besser, diese Ergebnisse werden anschließend noch statistisch bewertert, um den subjektiven Einfluß des einzelnen Richters zu kompensieren. Weitere Details ersparen wir uns jetzt, letztlich dient das der besseren Fairness. Wer es genau wissen will, das steht in den entsprechenden Dokumenten zum Wettbewerb.

SZD-abflugbereit

Deutsche Meisterschaft 2010 in Brandenburg: Scheint Spaß zu machen...

Falls man jetzt meint, das sei doch alles nur was für die absoluten Helden der Luftfahrt, dem sei Entwarnung gegeben. Es gibt im Segelkunstflug drei Wettbewerbsklassen, Sportsman, Advanced und Unlimited. Entsprechend können sich Piloten aller Leistungsstufen miteinander messen. Eine kleine Auswahl an Programmen der letzten Jahre haben wir hier für die Klassen Sportsman, Advanced und Unlimited verlinkt. So kann sich jeder ein Bild der Anforderungen machen.

Die Sportsman bezeichnet die Einsteigerklasse, die sich dadurch auszeichnet, daß die geforderten Programme noch mit den Schulungsflugzeugen absolviert werden können. Es ist etwa beim bronzenen Leistungsabzeichen angesiedelt, was die Figurenauswahl angeht. (manchmal wird es auch geflogen) Hier kann man auch kurz nach dem Erwerb der Berechtigung mitmischen.

Etwas spannender geht es bei der Advanced zu. Männchen, Weibchen, Trudeln, Zeitenrollen und andere Dinge werden hier bereits gefordert. Hohe negative Lasten, gerissene und gestoßene Figuren, Rollen in senkrechten Aufwärtslinien und ähnliches wird aber vermieden, so daß diese Klasse sich bei den etwas erfahreneren Piloten reger Beliebtheit erfreut.

Die Oberklasse stellt die Unlimited, wo nur die Physik und die mechanische Belastbarkeit der Flugzeuge die Figuren einschränken. Hier gibt es alles, was Spaß macht, aber manchmal auch Kopfschmerzen ;-)

Flugzeuge sind auf den meisten Wettbewerben vorhanden - meist sind ein Fox und der SZD-59 des Fördervereins im BWLV eh vor Ort. Bei Einsteigerwettbewerben sind üblicherweise auch 1-2 ASK-21 dabei, so daß man kein eigenes Gerät mitbringen muß.

Doch wo lohnt es sich hinzugehen? Wettbewerbe sind angesichts der eher überschaubaren Zahl an Kunstfliegern unter der Segelfliegermeute doch nicht sehr zahlreich. Für die Einsteiger empfiehlt sich der Salzmann Cup, der ausdrücklich als Einsteigerwettbewerb klassifiziert ist. Weiterhin findet regelmäßig der Lausitzpokal in Rothenburg statt, der sogar aus der Winde ausgetragen wird. Das macht den Preis etwas portemonnaiefreundlicher... Darüberhinaus gibt es noch die Doppelsitzerwettbewerbe in Meschede und Blumberg. Aussreibungen zu den genannten Wettbewerben finden sich hier auf der Seite oder bei den anderen einschlägigen Segelkunstfliegerseiten im Netz. Sobald wir etwas wissen, wird es hier veröffentlicht. Eine Übersicht über das Geschehen des Jahres sowie Berichte von Wettbewerben der letzten Jahre haben wir auf unseren Wettbewerbsseiten verlinkt.

In der Advanced- oder Unlimitedklasse stehen dann auch noch deutsche und internationale Meisterschaften offen. Nach einigen Jahren kennt man dann auch die Teilnehmer - es sind ja doch immer ähnliche Gesichter :-)

Und keine Angst - Segelkunstflieger beißen nicht. Einfach mal bei einem Wettbewerb mitmischen und ruhig die "alten Hasen" fragen, die geben bereitwillig Auskunft. So lernt man eine Menge in sehr kurzer Zeit.
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